Die verschiedenen Fraktionen im Europaparlament

Das europäische Parlament besteht nicht aus nationalen Gruppen, die zum Beispiel nur die Interessen eines Landes verfolgen würden, sondern aus weltanschaulichen Gruppen. Die Fraktionen des Europaparlaments setzen sich somit aus Volksvertreter unterschiedlicher Nationalität, aber ähnlicher politischer Auffassung zusammen. Es gibt auch einige parteilose Abgeordnete, die sich verschiedenen Fraktionen anschließen.

Nach der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments sind die Anforderungen für die Bildung von Fraktionen klar festgelegt. So müssen sich in einer dieser Gruppen mindestens 25 Abgeordnete aus mindestens sieben verschiedenen Mitgliedsstaaten vereinigen. Sollte sich ein Volksvertreter einmal auf eine Fraktion festgelegt haben, so kann er keiner Zweiten beitreten. Bei der Bildung von Fraktionen ist es auch noch erforderlich, dass die Abgeordneten ähnlicher oder gleicher politischer Auffassung sind. Wie im deutschen Parlament gibt es auch einen Fraktionschef, der hierbei Fraktionsvorstand genannt wird.

Die größte Fraktion ist derzeit die EVP (Europäische Volkspartei). Dieser Fraktion gehören die Christdemokraten Europas, wie beispielsweise die CSU und CDU an. In der zweitgrößten Fraktion S&D (Allianz der Sozialisten und Demokraten) befinden sich die sozialdemokratischen Parteien wie die SPD oder die österreichische SPÖ. Die FDP schloss sich der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) an. Die meisten Abgeordneten der Fraktion der Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA) stammen aus der deutschen Parten Grüne. Die Linke schloss sich der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE-NGL) an. Darüber hinaus gibt es noch die Europäische Konservative und Reformisten (ECR) und Europa der Freiheit und Demokratie, denen jedoch keine deutschen Politiker angehören.

Bisher konnte noch nie eine Fraktion eine absolute Mehrheit im Europaparlament stellen. Eine Große Koalition aus den Konservativen und Christdemokraten der EVP und den Sozialdemokraten der SPE (Eine Untergruppe der S&D) konnte bisher immer mit 50%-70% der Sitze erreicht werden.